Die Iftunar (Singular: Iftun/Iftunin) besitzen kein eigenes Reich. Sie leben größtenteils in Reservaten in Waldgebieten im Nordwesten der UHA (Bernsteinwald) oder als verarmte Unterschicht in den Städten Lizoto, Kitadia und Telizepo.
Lizoto stellt mit einer iftunischen Bevölkerungsmehrheit einen Sonderfall dar. Sehr viele geflüchtete und vertriebene Iftunar leben in Lasada (v.a. in Sibidir, Sivandralan und Gabatafia – aufgrund der hohen Besiedlungsdichte kaum in den Waldgebieten). Allein in Sibidir leben an die 15.000 Iftunar – mehr als an jedem anderen Ort. In Lasada leben mittlerweile wohl mehr als halb so viele Iftunar wie im Bernsteinwald. Auch in Lamraskat (Tegota-nu-quat, auch hier nahezu ausschließlich im urbanen Raum) gibt es viele Iftunar.
Biologie und Lebensweise
Iftunar sind eine grazile, feingliedrige humanoide Rasse mit langen Armen und Beinen und einem hirschartigen Geweih, welches sich während der Pubertät ausbildet. Sie werden bis zu 70 Jahre alt. Iftunar sind Waldbewohner. Ihre Ernährungsweise basiert vorwiegend auf Jagd, Flussfischerei sowie dem Sammeln von Beeren und Früchten. Kunsthandwerk, Tischlerei, Schreinerei, Bogenbau, einfach jegliche Form von Holzarbeit sind die Grundlage ihrer Wirtschaftsweise.
Religion
Die meisten Iftunar hängen der Kirche des Adlers an. Daneben genießt Tiwan bei ihnen (schon immer, s.u.) eine besondere Verehrung. Priester sind stets auch Magiekundige (Schamanen).
Geschichte und Kultur
Der legendäre Stammvater Iftun ist der Held zahlreicher Sagen und Legenden und steht – gemeinsam mit Tiwan (Lertin und v.a. Xamagon erhielten erst später, durch Badrieh, ihre heutige, herausragende Position) – im Kern eines sekundären Schöpfungsmythos des Volkes der Iftunar. Ob er existierte, ist umstritten.
Vor Beluans Wiederkehr sprach das Volk zunächst iftuno, welches während und nach der Badrieh-Zeit weitestgehend (aber nicht bei allen Gruppen) durch das gorbatu verdrängt wurde. In Eigennamen und einigen feststehenden Ausdrücken ist das iftuno heute noch Bestandteil der Kultur, auch etliche gorbatische Spuren finden sich. So gibt es die alternative Eigenbezeichnung Niituuvildineh (Volk des Niituuvil). Dies ist auch der Name des verlorenen Iftunar-Staates, während Iftunkeah (Land der Iftunar) das von ihnen ursprünglich bewohnte (Wald-)Gebiet in Zentral-Astiam (den Bernsteinwald) bezeichnet – und auch den heute dort noch verbliebenen Wald. Aus der Bezeichnung wird dabei kein direkter Herrschaftsanspruch abgeleitet. Astiam nennen die Iftunar Lertinkeah (Lertins Land).
Die Iftunar lebten vor ihrer militärischen Niederlage gegen die stoonarischen Siedler und ihrer Unterdrückung im Staatsgebiet der UHA teils nomadisch, teils sesshaft in mitunter recht großen Siedlungen. Vor allem die ehemalige Hauptstadt Latah, Lizoto und Telizepo sind hier zu nennen. Die Städte der Iftunar wurden sämtlich im Wald errichtet. Lizoto, Telizepo und Kitadia sind heute die einzigen Städte in der UHA mit Iftunar-Einwohnern, wobei Lizoto als »Stadt der Iftunar« gilt – knapp zwei Drittel der Bevölkerung gehören der Rasse an. Wohl um die 12.000 Iftunar bilden dieses städtisches Prekariat, während ungefähr drei mal so viele Individuen in Reservaten im Bernsteinwald (Iftunkeah) leben. Die Fläche der Reservate wird dabei fortwährend beschnitten, um die wirtschaftliche Ausbeutung des Bernsteinwalds durch die Kompaniewirtschaft der Großen Häuser zu ermöglichen.