Badrieh die Große (3.031-2.995 VBW)

Die Bedeutung Badriehs für die Geschichte Astiams, ja ganz Trimandas, kann nicht überschätzt werden. Bereits mit zwölf Jahren war sie der Erzengelin Ondorah begegnet und hatte die Engelin so sehr beeindruckt, dass diese sie zu ihrer Favoritin erwählte.

 

Sie errichtete innerhalb kürzester Zeit ein Weltreich, das ganz West- und Zentral- und sogar Teile Ost-Astiams umfasste. Zuvor hatten in Astiam das bereits zerfallende Nasfiden-Xalifat sowie dessen von Kentaurinnen, Elfen und Menschen beherrschte Nachfolgestaaten und das Reich der Iftunar im Bernsteinwald bestanden sowie Obontowo, Lamraskat und Rongorien mehr oder weniger in der heutigen Form. Im Zentrum des Kontinents lebten v.a. verschiedene Wan-Gruppen in Kleinststaaten oder gar nicht staatlich organisiert.

 

Badrieh war nicht nur eine geniale Strategin und mitreißende Anführerin, deren oft waghalsige Manöver scheinbar stets zu ihren Gunsten endeten (oft erhielt sie Hilfe durch Ondorah), sie führte auch eine revolutionäre Form der Logistik ein. Sie war äußerst charismatisch und konnte Gefolgleute für sich einnehmen – besonders die Generäle und Magiemeister, aber auch einfache Soldaten fühlten sich Barieh zutiefst verpflichtet. Hinzu kamen eine kluge, umsichtige Bündnispolitik und ein gutes Verhältnis zu den zwergischen Herrschern Astiams, die sich schon bald größtenteils auf ihre Seite schlugen und ihr mit unverzichtbaren Materiallieferungen beistanden. Im Gegensatz zu den menschlichen Herrschern vor ihr nämlich war Badrieh den Zwergen mit einem gleichberechtigten, partnerschaftlichen Ansatz begegnet. Entscheidend für die schnellen militärischen Erfolge war außerdem der erstmalige Einsatz von Erkalbor als Reit- und Kampftieren. Nachdem sie den Tieren auf ihrem Ersten Feldzug begegnet war setzte sie sie bereits im Zweiten Feldzug gegen die damals militärisch bestimmenden Nasfiden ein, und überrumpelte diese damit komplett. Reittiere waren in Astiam seit dem Verschwinden der Pferde und Kamele unbekannt gewesen niemand hatte es für möglich gehalten, die mächtigen Wildrinder zu zähmen. Der Legende zufolge war Badrieh die Erste, der es gelang, einen Erkalbor abzurichten. Sie lehrte es ihre Gefolgsleute später.

 

Die Verbreitung ihrer Variante der Götterverehrung, die Kirche des Adlers, mit der eine Verehrung Badriehs als Halbgöttin einherging, war entscheidend für den kulturellen und ideellen Zusammenhalt der Badrieh-Nachfolgestaaten – den (Nachfolge-)Kriegen zum Trotz – auch nach Badriehs Tod.

 

Badriehs Vater

Egdrahim von Tawil (3.087-3.011 VBW) hatte das Adlerreich durch die Eroberung der Staaten im nördlichen Schawarbecken geeint, was zuvor keinem gorbatischen Herrscher gelungen war. Während im Südteil des Landes bereits seit etwa 3.300 VBW ein geeintes gorbatisches Reich bestanden hatte, das fast das gesamte südliche Schawarbecken umfasste, waren die kriegerischen Stammesverbände des Nordens stets uneins geblieben. Zwar hatte es oft Kooperation gegen äußere Feinde – insbesondere die Nasfiden und Sar Galan – gegeben; nachdem solche äußeren Gefahren abgewehrt waren kam es jedoch immer zu erneuten Konflikten untereinander. Badrieh trat nach dem überraschenden Tod ihres Vaters – die Umstände seines Todes sind nach wie vor nicht genau geklärt; möglicherweise wurde er von seiner Geliebten oder aber seiner Ehefrau vergiftet – im Jahre 3.011 VBW mit gerade einmal 20 Jahren seine Nachfolge an.

 

Die vier Feldzüge der Badrieh

Erster Feldzug (3.011-3.006 VBW): Nachdem ihr Vater das Reich des Adlers bereits geeint hatte blieb Badrieh nurmehr die Expansion nach Außen. In einem großen Feldzug wollte sie benachbarte Reiche unterwerfen. An weitere Feldzüge dachte damals noch niemand. Zunächst richtete sie sich gegen die angrenzenden Elfen und die gorbatisch und nasfidja sprechenden Menschen der südwestlichen Mondseeregion, unter denen sie schnell Verbündete (insbesondere ihre späteren Heerführer Etabel und Avandralan) gewinnen konnte. Sie gründete die ersten Städte: das heutige Sar Badrieh, das nun der Liga der Mondseestädte angehört, und Sibidir. Alle von ihr gegründeten Städte sollte sie nach sich selbst benennen – Sar Badrieh (»Stadt der Badrieh«). Riskante strategische Entscheidungen, die sich auszahlten und ihr sogar die Bewunderung der Unterlegenen einbrachten sowie die überlegene Logistik brachten ihr den schnellen Sieg. Dann wandte sie sich den ehemaligen Besitztümern des Nasfiden-Xalifats östlich der Mondsee zu. Dort kämpfte sie gegen Menschen, deren Reiche sich noch in einer Findungsphase nach der Nasfiden-Herrschaft befanden. Auch dank ihrer zwergischen und elfischen Unterstützung errang sie weitere schnelle Siege. An der Ostküste der Mondsee gründete sie das 49 BW durch Wawaschs Zorn vernichtete Sar Badrieh, die einzige Badrieh-Gründung, die nicht bis in die heutige Zeit überdauert hat. Dann setzte sie ihren Feldzug weiter nach Osten fort. Direkten Auseinandersetzungen mit Kentaurinnen ging sie zunächst aus dem Weg, bis sie von einer Eleg (einer kentaurischen Unterherde), von der Erzteufelin Ortesa befehligt, angegriffen wurde. Mit Ondorahs Hilfe gelang es ihr, diese zu besiegen. Von nun an gab es nur noch wenig Scheu vor den Kentaurinnen, direkte Konflikte suchte sie jedoch weiterhin zu umgehen, da sich die Auseinandersetzungen mit den Kentaurinnen als sehr verlustreich erwiesen. Auch die Kentaurinnen wollten es vermeiden, sich mit der genialen Strategin militärisch zu messen. Es kam schließlich zum Friedensschluss in der Nähe des heutigen Neuwestheim (Galyn Amar/Frieden am Fluss) von 3.006 VBW, bei dem die Kentaurinnen weitreichende Zugeständnisse machten und sogar Bereiche ihres Kernlands an Badrieh abtraten. Anschließend verließ die Feldherrin das Kentaurengebiet Richtung Südosten, wo sie das erste Mal auf ethnische Wan traf. Diese zeigten sich militärisch schlecht organisiert und politisch zersplittert, so dass sie leicht zu besiegen waren. Wichtiger als diese Erkenntnis aber war für Badrieh die Entdeckung, dass es im zentralen Astiam riesige Erkalbor-Herden gab und man die Tiere als Reittiere einsetzen konnte. Im Spätherbst 3.006 VBW schließlich langte sie an der Adamantik-Küste an, wo sie das heutige Emega gründete. Mit Erreichen der Rongorischen See sah sie diesen Feldzug als beendet an und kehrte nach Sar Galan zurück.

 

Zweiter Feldzug (3.004-3.002 VBW): Badrieh kehrte nach Hause zurück und war sofort rastlos, wäre am liebsten direkt zu einem neuen Feldzug aufgebrochen; nur die Notwendigkeit, neue Truppen auszuheben und Waffen, Proviant und Material zu akquirieren sowie diverse politische Ränkespiele in der Heimat hieten sie davon ab. Nicht einmal zwei Jahre nach dem Ende des ersten Feldzuges begann sie eine neue Kampagne. Mithilfe ihrer Verbündeten, überlegener Logistik, den Erkalbor-Reitern, nicht zuletzt der Erzengelin Ondorah und eines sich schnell herausbildenden Unbesiegbarkeitsmythos machte sie mit dem Nasfidenreich, dem zu diesem Zeitpunkt – neben Obontowo – militärisch, kulturell und wirtschaftlich bedeutendsten Staat Astiams, kurzen Prozess. Bereits im ersten Jahr des Feldzugs gründete sie das heutige Atalbad am Aybatira-See und Sar Badrieh am Kohrun. 3.002 VBW schießlich kapitulierte Asduar III., letzter nasfidischer Xalif, in Taluk Udum vor Badriehs Heerführer Betan. Die Agarenreiche an der Sturmsee waren ihr erst recht nicht gewachsen, so dass sämtliche gesteckten Ziele des Feldzugs schnell erreicht waren. Zum Ende des Zweiten Feldzugs, nach der Gründung der Stadt Sar Badrieh (heute Badra Ser) an der Sturmsee (3.003 VBW) überquerte Badrieh die Westerberge, um entlang der Tiwwak nach Sar Galan zurückzukehren. Nach der Eroberung des Ortes, der heute Montoso Yeri heißt und damals nur ein Bauerndorf war, beobachtete Badrieh, dass dessen Bewohner äußerst gesund waren, bis ins hohe Alter. Wie sich herausstellte, war dies geringen Mengen Moonstaubs geschuldet, die sich hier abgesondert hatten. Sofort setzte sie die weisesten Gelehrten ihres Reiches daran, die Geheimnisse des Ortes zu entschlüsseln. Sie entwickelten die mondländische Version der Seelenlockung. Die Moonstaubgewinnung in Aykallik geht also auf Badrieh selbst zurück. Da sie nun über ein hervorragendes Heilmittel verfügte, das in Trimanda seinesgleichen suchte, war es ihr möglich, das atemberaubende Tempo ihrer Feldzüge aufrechtzuerhalten.

 

Dritter Feldzug (3.001-2.999 VBW): Spätestens jetzt genoss Badrieh den Nimbus der Unbesiegbarkeit, so dass Schlachten oft sehr schnell entschieden waren. Nachdem sie Niituuvil als Verbündeten gewonnen und die Stadt Sar Badrieh (heute Ebendron) gegründet hatte, war das zuvor unabhängige Iftunar-Reich ins Adlerreich integriert. Jetzt wandte Badrieh sich den Wan Zentral-Astiams zu. Obwohl es zu bisher nicht gekannten Groß-Koalitionen unter den Wan-Herrschern kam schien Badriehs Vormarsch unaufhaltsam. Nachdem sie die Städte die heute Sebondia und Bordir heißen gegründet und den Golf von Bordir erreicht hatte wandte sie sich nach Südwesten und unterwarf weitere Wan-Reiche auf ihrer Route. Mit dem Eintreffen am Nordrand des Idzille-Moores war eine weitere natürlich Grenze erreicht und Badrieh sah den Dritten Feldzug als beendet an. Hier kam es zur ersten Begegnung mit Lamraskern, die bleibenden Eindruck auf Badrieh hinterließen.

 

Vierter Feldzug (2.997-2.995 VBW): In ihrem Vierten Feldzug unterwarf Badrieh die verbliebenen Wan-Territorien südlich des Schawarbeckens. 2.997 VBW wurde das heutige Kitadia gegründet. Der Widerstand der Wan war weitestgehend gebrochen, es kam kaum noch zu Kampfhandlungen und die meisten lokalen Herrscher erklärten ihre Loyalität, sobald Badrieh eintraf. Dann wandte die Feldherrin sich gegen Obontowo. Obontowo war zwar ein riesiges, straff organisiertes Reich, das auch über erhebliche militärische Expertise verfügte; die mittlerweile als Halbgöttin erscheinende – und mit einem Erzengel im Bunde stehende – Badrieh konnte aber auch dieses Großreich nicht aufhalten. Badrieh nahm den nordöstlichen Teil des Reiches ein, wo sie das heutige Sabodoro gründete, überließ den Besiegten die Obontowische Halbinsel und wandte sich nach Osten. Berichten ihrer engsten Gefolgsleute zufolge erschien sie fahrig, geradezu gehetzt. Sie konnte die erneute Begegnung mit den Lamraskern, denen sie am Ende ihres Dritten Feldzugs begegnet war und die sie seitdem faszinierten, offenbar kaum noch erwarten. So führte sie ihre Truppen schließlich ins nördliche Idzillemoor – nach der Trockenlegung durch die Wan heute ein trockenes Hügelland – wo sie ums Leben kam.

 

Badriehs Generäle (Mandarkar):

Ataneh, weiblich, Mensch – Herrscherin im Adlerreich, Badriehs Nachfolgerin

Etabel, männlich, Mensch – Herrscher im Nordreich

Betan, männlich, Mensch – Herrscher im Ostreich

Niituuvil, männlich, Iftun – Herrscher im Iftunar-Reich

Gorgan, männlich, Mensch – Herrscher im Südreich

Nanousch, weiblich, Mensch – Herrscherin im Westreich

Usjam, männlich, Nasfid – Herrscher im Silberreich

Avandralan, männlich, Elf – Herrscher im Elfenreich

 

Badriehs Magiemeister (Sardarxar):

Hamdruman, männlich, Mensch (Sonnenmagie) – Herrscher im Sonnenreich

Schimundah, weiblich, Mensch (Mondmagie) – Herrscherin im Mondreich

Berghatim, männlich, Mensch (Luftmagie) – Atanehs Verbündeter, später Feind

Hakilja, weiblich, Nasfide (Steinmagie) – Herrscherin im Silberreich

 

Badriehs Tod

Badriehs Tod kam nicht nur völlig unvorhergesehen, er brachte auch große politische Verwerfungen und ungeahnte Konsequenzen mit sich. Sie starb überraschend und plötzlich, nachdem sie irrtümlich die Frucht der Idzille verspeist hatte (auch Samen können nur im Kindesalter vertragen werden). Dies hatte sie im Bestreben getan, die Macht der Lamras bzw. deren Kunstfertigkeit im Umgang mit der Lebensmagie zu erwerben. Vor allem die Kommunikationsfähigkeit der Lamras hatte sie in ihren Bann gezogen, sie sah wohl in erster Linie das unglaubliche militärische Potenzial. Badrieh starb im Heerlager nördlich des Dibubi (damals erstreckte sich das lamraskische Ursumpf-Gebiet etwa bis zur Linie Milarun–Nitolatsch-Südschleife). Als ihre Untertanen ihren Leichnam am nächsten Tag nach Sar Badrieh (das heutige Sabadoro) bringen wollten, stellten sie fest, das die Kommandantin durch Wurzeln mit dem Boden verbunden war. Niemand traute sich, die große Heerführerin freizuhacken. So wurde beschlossen, dass sie dort bleiben sollte, bis ihre Nachfolge geklärt wäre. Die Generäle reisten zunächst ohne ihren Leichnam nach Sar Galan zurück.

 

Nach Badriehs Tod

Da Badrieh keine Kinder hatte zerfiel das Reich mit ihrem Tod im Alter von nur 36 Jahren schnell in seine Einzelteile.

 

Badrieh wurde auf ihrem letzten Feldzug von 8 Generälen und 4 Magiemeistern begleitet. Diese teilten nach ihrem Tod das Reich unter sich auf – in 10 Teilreiche. Berghatim blieb zunächst mit Ataneh verbündet, entwickelte jedoch später selbst Ambitionen auf den Thron des Adlerreichs. Der bis heute andauernde Konflikt im Adlerreich hat seinen Ursprung im folgenden Krieg. Usjam und Hakilja heirateten und legten den Grundstein für die große Stabilität im Silberreich seitdem. Auch der Ursprung des Konflikts zwischen Mond- und Sonnenreich kann in der Zeit nach Badriehs Tod gesehen werden. Nicht nur verband Schimundah und Hamdruman eine persönliche Konkurrenz, sie etablierten zudem die jeweiligen Magieschulen, die einen weitaus größeren Einfluss auf das alltägliche Leben ausüben als in den meisten anderen Regionen Trimandas.

 

Auf einem hastig einberufenen Treffen der Heerführer in Sar Galan wurde beschlossen, dass Badriehs Leichnam nach Sar Tawil überführt und dort bestattet werden sollte. Auch die Aufteilung des Reiches unter ihren Generälen und Magiemeistern wurde bei diesem Treffen beschlossen. Der Körper war mittlerweile so sehr von Wurzeln durchdrungen, dass 20 Soldaten einen halben Tag lang damit beschäftigt waren, ihre sterbliche Hülle freizulegen. Als der Geleitzug mit dem leblosen Körper der Badrieh das Mondreich Schimundahs erreichte, gab diese ihren Truppen den Befehl, die Leiche nicht wie vereinbart ins Adlerreich zu bringen, sondern nach Sar Badrieh (das heutige Badra Ser), um so dem Mondreich Legitimität als offiziellem Nachfolgestaat von Badriehs Reich zu verleihen. Die anderen Heerführer entsandten sofort Truppen, besonders Hamdruman war empört. Die eintreffenden Armeeverbände griffen jedoch nicht gemeinsam das mondreichische Heer an, sondern bekriegten einander auch gegenseitig, da nun jedes Reich die sterblichen Überreste der Badrieh für sich haben wollte. Schließlich gelang es Etabel, den Leichnam zu erobern und sich damit auf den Weg nach Osten zu machen. Die meisten Streitmächte nahmen die Verfolgung auf, die Armeen des Sonnen- und des Mondreichs blieben zurück, da der erbitterte Hamdruman nun versuchte, das Mondreich zu erobern und Schimundah zu besiegen. Während der Kriegswirren wurde Badriehs Leiche zerstückelt und Teile ihres Körpers gelangten in verschiedene Teilreiche, wo sie noch heute als Reliquien verehrt werdenAls der größte Teil, bestehend aus Torso, Kopf und linkem Bein, schließlich nach über 20 Jahren ins Adlerreich zurückkehrte, führte der Streit darüber, nach welchem Ritus die Bestattung vollzogen werden sollte, zum Bruch zwischen Ataneh und Berghatim und somit zum Bürgerkrieg.

 

Schon bald gelang den lertinischen Kentaurinnen die schnelle Wiedereroberung der an Badrieh verlorenen Gebiete. Obontowo konnte ebenso Territorien zurückgewinnen und auch Rongorien konnte Gebietsgewinne verzeichnen, verlor jedoch zugleich Gebiete weiter nördlich an Betan. Dass die Badrieh-Nachfolgestaaten trotz Chaos und innerer Zerstrittenheit nicht noch mehr Gebiete verloren oder gar vollständig impoldierten lag neben der identitätsstiftenden Rolle Badriehs vor allem im Schutz durch die Erzengelin Ondorah begründet. Die Gegensätze zwischen Generälen (Mandarkar) und Magiemeistern (Sardarxar) bzw. deren Nachfolgern verschärften sich jedoch immer mehr, anstatt sich zu entspannen. Vor allem in den nordwestlichen Nachfolgestaaten sahen die Sardarxar ihr Streben nach mehr Einfluss durch Ondorahs dominante Rolle eingeschränkt. Im Jahr 2.472 VBW wurde die Erzengelin durch eine Koalition aus adler-, mond-, sonnen- und silberreichischen Magiern vernichtet. In der Folge etablierten die Sardarxar erfolgreich parallele Herrschaftsstrukturen, die bis heute Bestand haben. Später gelang ein Ausgleich zwischen profanen/weltlichen und arkanen Herrschern, eine Teilung der Macht bzw. der jeweiligen Einflussbereiche wurde vereinbart. In Mond-, Silber- und Sonnenreich war dieser dauerhaft. Im Adlerreich hingegen flammte die Auseinandersetzung zwischen beiden Gruppen, die im Grundsatz nicht zu einer Teilung der Herrschaft und dem Verzicht auf eigene Machtansprüche bereit waren, schon bald erneut auf.

 

Post-Badrieh-Ordnung

Abgesehen von den bis heute fortdauernden Konflikten zwischen Sonnen- und Mondreich und vor allem im Adlerreich selbst folgte in Astiam auf die Zeit Badriehs eine lang anhaltende Zeit der Stabilität. Bis zum Aufstieg der Wan betrafen die einzigen nennenswerten Grenzverschiebungen die Eroberung des Südteils von Etabelien durch die Kentaurinnen des West-Galwanats und die daraus resultierende Annektion der Gebiete westlich der Mondsee durch das Nordreich. Kleinere Auseinandersetzungen zwischen den Nachfolgestaaten blieben nicht aus, nach Außen hin traten die Badrieh-Sukzessoren aber meist geeint auf. Im Zusammenspiel mit den weiteren stabilen Machtblöcken Obontowo, Lamraskat (das ohnehin kein Interesse an Expansion hatte), Rongorien und West-Galwanat enstand eine dauerhafte Ordnung. Östlich grenzten mit Hispontia und dem Kress-Reich zwei weitere militärische Großmächte an Astiam. Westlich lag nur mehr das ohnehin politisch wie kulturell weitgehend isolierte Elfenreich Iftlir. Bei Hof wurde in vielen der Reiche zum Teil bis ins 15. Jahrhundert VBW, teils, z.B. in Lasada, sogar noch später gorbatisch gesprochen.

 

Heute

Adler-, Sonnen-, Mond- und Silberreich bestehen nach wie vor. Auch das Elfenreich Avandralans besteht weiter, als Lasada. Die LMS ist Nachfolgestaat des Nordreichs von Etabel. West-, Süd- und Ostreich gingen später im Wan-Reich auf, Niituuvils Iftunar-Reich konnte seine Unabhängigkeit nach dem Sieg im Rassenkrieg bis zur Westexpansion der UHA behaupten.