Die Einwohner Rongoriens nennen sich selbst Ronquahimbi (Singular: Ronquahbi/Ronwohbi). Der Name bedeutet »die von Rongor geliebten Wesen« (in seiner Funktion als Vater der Ronquahimbi – nicht als Gott – nennen die Rongorier Rongor »Ron«).
Von anderen Rassen werden sie in der Regel »Rongorier« genannt. Die Rongorier nennen Astiam Ronquodom (Rongors Körper) und unterscheiden es in Ronquat (Rongors Kopf – das Land der Rongorier) und Ronafdram (Rongors Leib – das restliche Astiam), Stoonar bezeichnen sie dementsprechend als Stoonquodom (Stoons Körper), Duwurna als Ferquodom (Feruas Körper) und Anxillo als Zabrquodom (Zabers Körper)
Rongorier werden älter als Menschen, bis zu 125 Jahren. Ihre elongierten Schädel und die gräulich-blau verfärbte Haut sind Folgen der Erwählung und anschließenden Wandlung durch Rongor (s.u.). Nur die Frauen haben Kopfhaare, allerdings auch sie nur in einem kleinen Bereich an der Kopfoberseite; die Körperbehaarung ist bei beiden Geschlechtern sehr spärlich. Die Frauen tragen ihre zumeist blau gefärbten (die natürliche Haarfarbe der Rongorierinnen ist oft von Geburt an weiß, aber auch schwarz, braun, grün, rot und blond kommen vor) Haare in der Regel als – häufig geflochtene und mit Perlen und Schmucksteinen verzierte – Zöpfe nach oben gebunden. Ronquahimbi sehen sich selbst nach wie vor als Menschen, auch wenn sie mit dieser Meinung weitgehend allein stehen. Eine ferne menschliche Abstammung ist jedoch nicht von der Hand zu weisen. Ob es sich strenggenommen um eine eigenständige Rasse handelt ist zumindest diskussionswürdig. Nachwuchs aus gemischtrassigen Ehen ist jedenfalls möglich, dieser Nachwuchs ist aber dann oft, wenn auch nicht immer, steril.
Ronquahimbi sind häufig von Natur aus besonders magiebegabt. Hinzu kommt die hervorragende Ausbildung im Umgang mit Rongors Element (s.u.). Rongorier gelten als die mächtigsten (Elementar-)Magier Trimandas.
Der Ruf der Bewohner der Rongorischen Halbinsel, arrogant, eingebildet und unnahbar zu sein, geht zumindest zum Teil auf kulturelle Missverständnisse zurück. Die Makrokephalen tun aber auch äußerst wenig, um diese Missverständnisse auszuräumen, was allerdings ebenfalls einer kulturspezifischen Eigenart geschuldet ist: Bei den Ronquahimbi gilt es als verpönt, Wissen zu vermitteln, wenn dies nicht entweder in einem offiziellen Rahmen geschieht (Schule, Universität, Magieakademie) oder aber unterwürfigst darum gebettelt wird. So werden Rongorier ungern als solche angeredet; noch viel weniger behagt es ihnen, wie beispielsweise im Goldland verbreitet, im Singular als Ronquahim oder Ronquahimbe* bezeichnet zu werden (korrekt wäre Ronquahbi bzw. Ronwohbi), denn dies beinhaltet den Plural des Worts und lässt das wichtige Suffix -bi (geliebt) weg. Dies einem Außenstehenden zu erklären wäre aber nach rongorischem Verständnis nur dann möglich, wenn dieser ausgiebig und ehrerbietig darum bittet. Da diese Regel Außenstehenden meist nicht bekannt ist geschieht es normalerweise nicht. So sind abschätzige Blicke, tadelndes Kopfschütteln und genervtes Stöhnen die Folge, was zumeist – verständlicherweise – als Hochmut ausgelegt wird.
* Hier liegt eine weitere Problematik im kulturellen Selbstverständnis der Rongorier: Frauen sind gehalten, überhaupt nicht mit Fremden (insbesondere Nicht-Rongoriern) zu reden, da die Konversation mit Außenstehenden als Repräsentieren gilt, welches im rongorischen Patriarchat allein den Männern obliegt. Sie tun dies dementsprechend auch nur äußerst widerwillig und antworten auf Fragen wenn überhaupt knapp und meist auch unwirsch und ruppig.
Die Schaffung Rongoriens
Irgendwann in der späten Götterzeit, vermutlich vor etwa 20-30 Millionen Jahren, schuf Stoon auf Rongors Bitte die Rongorische Halbinsel für seinen Bruder. Rongor hatte seinen großen Bruder überredet, ihm eine Landschaft zu erzeugen, in der er mit seinem Element experimentieren konnte. Später war die Rongorische Halbinsel von Kwerochs Wutausbruch betroffen, wie noch heute am zerfurchten, schroffen Terrain im Südteil der Halbinsel ersichtlich ist.
Als Rongor die Katim erwählte
Vor langer Zeit – ob es noch vor oder während des Streits der Götter war, ist heute nicht mehr bekannt – wählte Rongor das jemnische Volk der Katim oder Quatim, weil sie sich besonders geschickt im Umgang mit seinem Element zeigten. Er wies sie später an, sich auf der Peninsula anzusiedeln. Er veränderte auch ihre Physiognomie, indem er ihre Schädel verlängerte, um ihre magischen Fähigkeiten zu erhöhen. Die Änderung der Hautfarbe war eine ungewollte Nebenwirkung dieses Prozesses.
Die Rongorier waren während des Götterkriegs wichtige Kämpfer aufseiten der Götter. Das Volk erfuhr während des Krieges viel Leid, denn ihre Feinde waren Daemonen. Die Abneigung der Rongorier gegen kriegerische Auseinandersetzungen liegt wohl auch in dieser kollektiven Erfahrung begründet.
Gesellschaftsstruktur und politisches System
Es handelt sich beim sozialen System Rongoriens um eine zutiefst patriarchale Gesellschaft. Der Wirkungsbereich der Frauen ist nach Innen gerichtet (Haushalt und Familie). Sie präsentieren: Schönheit, Anmut und die Zurschaustellung des eigenen Reichtums sind zentral fürs Frauenbild, dabei ist die Hauptaufgabe der Frau, die Vorzüge ihres Mannes hervorzustellen. Männer interagieren nach Außen (Politik, Wissenschafts- und v.a. Magiebetrieb, Gesellschaft, Wirtschaft, Militär). Sie repräsentieren: das Hauptaugenmerk liegt auf würdigem, kultiviertem, kenntnisreichem und sachkundigem Auftreten im gesellschaftlichen Rahmen. Ein wesentliches Merkmal im familiären Habitus der Rongorier ist die besondere Strenge gegenüber den eigenen Söhnen – der Zaber als unsteter und nichtsnutziger Sohn des Ron-Vaters gilt hier als warnendes Beispiel. Das entscheidende, erstrebenswerteste Wesensmerkmal ist die Weisheit und diese wird in der Regel als synonym mit Alter verstanden – die Erlangung von Macht, Einfluss und politischen Ämtern ist eng an das Alter geknüpft. Jugend hingegen gilt als bedauernswerter, zu überwindender Zustand. Effektiv führt dies wenig überraschend zu einer Gerontokratie. Alle wichtigen Ämter sind von Personen jenseits der 80 besetzt.
Die Arkane Akademie in der Hauptstadt Quatissa, größte und bedeutendste der Magieakademien Trimandas, ist das Herzstück der rongorischen Zivilisation. Sie ist von immenser kultureller, wirtschaftlicher und politischer Bedeutung für das Reich. So setzt sich der Arkane Rat (s.u.) fast ausschließlich aus aktiven und ehemaligen Mitgliedern der Akademie zusammen. Alle Magieklassen werden hier erforscht und gelehrt, mit allerdings starkem Fokus auf die Elementarmagie. Ausländer sind an der Arkanen Akademie nicht zugelassen. Der Diskrete Dienst der Akademie sammelt auf ganz Trimanda Wissen über magische Phänomene, Objekte und Praktiken, welches jedoch nur äußerst ungern mit ausländischen Forschenden oder gar Institutionen geteilt, sondern vielmehr eifersüchtig gehütet wird. Diese Geheimniskrämerei und Heimlichtuerei hat sich als Wesensmerkmal auf das ganze rongorische Volk übertragen. So wird oftmals rongorisch als Geheimsprache benutzt, wenn Ausländer zugegen sind, auch wenn die Ronqhahimbi untereinander gewöhnlich – außer in rituellen und bestimmten sozialen Situationen – beluan sprechen. An die Akademie angeschlossene, kleine, lokale Lehrinstitute (Tisefdranfubura) vermitteln allen Bürgern Quatissas, Fidrunqualtars, Rontarbis und Afdranqunquats (die Bewohner kleinerer Orte und die Nichtbürger in den Städten genießen keine vergleichbaren Privilegien) vom 15. bis zum 18. Lebensjahr eine grundlegende Ausbildung im Umgang mit dem sechsten Element. Die Lehrer dieser Institute wiederum werden von den Schülern der Akademie ausgebildet. Infolgedessen ist Rongorien das einzige Land mit magischer Allgemeinbildung, die über bloße Volksmagie hinausgeht. Das Niveau eines Absolventen der Akademie erreichen derartig ausgebildete Normalbürger natürlich nicht einmal ansatzweise. Auch Frauen werden magisch ausgebildet. Es besteht jedoch die Erwartung, dass sie sich im Anschluss an ihre Studien weitestgehend aus dem Gesellschaftsleben zurückziehen und sich auf Haushaltsführung und Kindererziehung konzentrieren.
Die Universitäten (Quolomtispera) des Reiches in Quatissa, Fidrunqualtar und Rontarbi sind vor allem für den Teil der Bevölkerung, der keine besondere natürliche Magiebegabung aufweist, von großer Bedeutung. Hier werden Recht, Medizin und Philosophie gelehrt. Daneben wird vor allem theoretische Grundlagenforschung zu verschiedenen arkanen Bereichen betrieben und somit der Arkanen Akademie bzw. dem Siin-Institut (s.u.) zugearbeitet.
In staatlich betriebenen Schulen (Efdrantispera) erhalten alle Bürger der vier größten Städte vom 10. bis zum 14. Lebensjahr eine grundlegende Schulbildung und lernen lesen, schreiben und rechnen.
Der sechzigköpfige Ältestenrat (Tisquattafubun, wörtl. »Haus der Weisen Köpfe«), auch bekannt als Arkaner Rat, trifft alle wesentlichen politischen Entscheidungen. Die Ratsmitglieder üben ihre Ämter auf Lebenszeit aus und berufen Nachrücker, meist besonders verdiente Mitglieder der Akademie, auf freiwerdende Sitze. Der Vorsitzende des Rates, der Quafubehlil (»das weiseste Wesen«) wird von den Ratsmitgliedern gewählt. Die Wahl findet alle 10 Jahre statt, es sei denn, der Amtsinhaber verstirbt, dann kommt es sofort zur Neuwahl. Er entscheidet bei Pattsituationen und verfügt über einige Sonderbefugnisse, die ihm in Krisenzeiten eine größere Machtfülle verleihen. Das Mindestalter für die Position beträgt 90 Jahre. Nur Männer können Quafubehlil werden. Frauen steht es theoretisch offen, einfache Ratsmitglieder (Quafubunal, Singular Quafubed) zu werden. Praktisch kommt dies zwar vor, ist jedoch eine absolute Ausnahme, da es sozial geächtet ist, dass Frauen Machtpositionen innehaben. Abweichungen von dieser Regel gibt es vor allem dann, wenn eine der großen Patrizier-Familien kein männliches Oberhaupt hat. Dies ist dann und wann durchaus der Fall, da die Frauen i.d.R. deutlich älter werden als Männer und Jugend ein noch größeres Ausschlusskriterium für Machtpositionen ist als das falsche Geschlecht. Bei Entscheidungen orientieren sich die Quafubunal entlang von Fraktionen, die ihre Mitglieder aus den wichtigen Familien, mehr noch aber nach der Zugehörigkeit zu den verschiedenen Fakultäten der Akademie rekrutieren.
Wenn möglich kleiden sich Rongorier blau und verzieren ihre Gebäude mit blauen Steinen. Auch die Landesflagge ist blau. Dies ist auf die sinnstiftende Bedeutung des Siinstaubs für Gesellschaft, Staatswesen und nicht zuletzt die Wirtschaft zurückzuführen.
Wirtschaft
Rongorien verfügt über ein Siinstaub-Monopol. Siinstaub wird wohl bereits seit der Zeit des Götterkriegs produziert oder vielmehr gesammelt. Verantwortlich für die Gewinnung ist das Siin-Institut in Fidrunqualtar. Die ökonomische Bedeutung des Seelenstaubs für das Reich, insbesondere auch als Exportgut wuchs im Laufe der Zeit so sehr an, dass Siinstaub-Symbolik, vor allem die Verwendung der Farbe blau, die gesamte Gesellschaft durchdrang.
Außenpolitik
Das Reich der Ronquahimbi ist zutiefst isolationistisch und lässt sich nur äußerst ungern in Kriege verwickeln. Rongorien hat auch noch nie einen Krieg begonnen.