...Erastindal von seiner starken Hand umschlossen, sein Genack gereckt gen Süden, so zog er vondannen. Eine Schar von Axtträgerinnen und Hammerschwingern, 33 an der Zahl, begleitete ihn; unter ihnen auch Odram, sein Freund aus Kindertagen. Der sylberne Glanz in seinen Augen, er wurde stärker, je mehr sie sich dem Gebirge näherten…
...und so schlugen sie die Risen, die waren groß wie fünf Ochsen und schleuderten Felsbrocken, groß wie Fuhrwerke. Stark waren die Risen, und gar fürchterlich, doch Ygram war schnell und sein Gefolge gewandt und der Staal der Zwerge traf die Monstren und wo er sie traf, da schoss hervor das Blut. Denn es war Staal aus Gradda-Mon, dreifach gehärtet. Geschmolzen mit Kohle aus Stein, vermengt mit dem gemahlenen Horn des Ochsen und dann verkaltet mit Staub vom Siin. Gerieben dann mit dem Extrakt des…
...doch waren nicht die Risen die Herren im südlichen Gebirge, auch wenn laut sie damit prahlten und es wohl selbst glaubten. Nein, der eigentliche Herrscher der Sylberberge, es war ein Wesen, fürchterlicher tausendmal und stärker noch als alle Monstren, denen war begegnet Ygram der Held auf allen seinen Reisen. Mit Feueratem, heißer als die Glut der großen Esse Gradda-Mons. Es war Kal, der Drakke…
...und so überlebte Ygram das Feuerbad, doch musste er sich geschlagen geben und zog vondannen, besiegt und voll der Trauer, denn lebten von seinen Getreuen nur noch weniger als sind Finger an zwei Händen…
...so wurde noch größer sein Leid, denn Algrams Häscher ergriffen Ygram und brachten ihn in den Kerker und stutzten seinen Bart, der war gewesen der prächtigste von allen Prinzen in den Bergen des Nordens, als dass er solle erscheinen wie ein Junge der noch nicht hat 99 Jahr. Auf dem Thron aber saß Algram und schämte sich nicht, rühmte sich gar wie er hatte erdolcht die eigene Schwester in ihrem Schlafgemach. Groß war der Unmut unter den Zwerginnen und Zwergen Gradda-Mons, doch wagten sie nicht, Algram zur Rechenschaft zu ziehen, denn er war hart und streng und stieß seine Feinde in die Esse schier jede Woche. Der Odram musste fliehen die Stadt und scharte um sich einige Getreue und wartete auf Gelegenheit, Ygram zu befreien, im wilden Bergland. So saß Ygram gefangen bei Rattenfleisch und Wasser und es gingen die Tage ins Land, die Wochen, die Monde, die Jahre…
...geschmeidig war ihr Körper und noch flinker ihr Geist. Schön war Ekit, mit Backen rot wie Luunstaub und Flaum von der Farbe des Goldes. Stark war sie und mutig, doch nennt man sie die Füchsin weil sie schlau war und redegewandt...
...alsdann stahl sie den Schlüssel zu Ygrams Kerker und befreite ihn und noch in derselben Nacht sammelten sie seine verbliebenen Getreuen, die waren still und stumm gewesen und hatten befolgt des Algrams Weisungen, doch war kein Lachen gewesen auf ihrem Gesicht und sie waren voll der Gram und des Zorns ob seiner Schandtaten. Sie öffneten die Tore und ließen ein den Odram und seine Schar, denen Ekit hatte das Zeichen gegeben. Und kaum war die Nacht vorüber, noch bevor die Wachen das Verschwinden des Sylbernen Prinzen bemerkten, da zogen Ygram und die seinen in den Thronsaal, wo Algram hielt Hof und machten nieder seine Wachen und Ygram selbst richtete den bösen Onkel und stellte Ehre und Ordnung wieder her in Gradda-Mon und im Reiche Ari-Wut und wurde Omd im Berge…
...zu strecken den Drakken Kal, der hat getötet mein Gefolge und zu gründen die Feste im Namen meiner Mutter. Es war bestimmt und es soll geschehen.« so sprach er zu Ekit und war der Sylberglanz in seinen Augen stärker mit jedem gesprochenen Worte. Und so zog er denn erneut in die Sylberberge und sammelte eine Armee und es waren 333 Axtträger und Hammerschwingerinnen die mit ihm zogen. Die Ekit aber sprach: »So will ich dich begleiten und dir beistehen.« Und trat der Sylberglanz auch in ihre Augen. Da blickte Ygram sie an voll der Liebe…
...und Ekit ging zum Drakken Kal und forcht sich nicht und sprach zu ihm: »Ich komme zu dir mit diesem Vorschlag: der Herr dem ich diene führt mit sich den Schatz der Zwerge von Gradda-Mon, wo immer er auch zieht. Ich will dir zeigen wo du ihn erlangen kannst, doch musst du mir versprechen, mir zu lassen die Hälfte des Goldes von Ari-Wut…
...und schnaubte fürchterlich und spie Feuer, heißer als Kwerochs Zorn und wollte Ekit verschlingen; die aber gab das Zeichen und zwängte sich durch die Spalte im Fels, ganz wie sie es geplant hatte. Da regneten von oben herab die Felsbrocken und Kal wurde gefangen und kam nicht hin noch fort…
...zückte Ygram Erastindal und trennte den Kopf des Drakken mit einem Hiebe vom Rumpf…
...ward die Feste Odda-Mon gegründet und das Schürfen des Sylbers begann. Denn war das Sylber hier von feinster Qualität, wie es die Zwerge noch nie hatten gesehen. Das weiße Sylber musste nicht erst geschieden werden von anderen Metallen...
...Ygram und Ekit aber schlossen die Ehe. In Gradda-Mon waren viele Zwerge erzürnt ob seiner Wahl, denn war die Ekit schlau und schön, doch war sie nicht von omdschem oder romdschem Blute. Ygram und Ekit war es gleich, denn groß war ihre Zuneigung. Sie verlegten den Hof nach Odda-Mon, zu stärken sein Wachstum und setzten ein Ygrams Bruder Ongrom als Romd in Gradda-Mon. Bald ward ihr Sohn Jeram geboren…
...begab es sich, dass Ygram nach Gradda-Mon gereist war, denn es bedurfte eines neuen Handels mit den Jema des Nordens, wo hatten eine neue Herrscherin. Ekit aber blieb zurück in Odda-Mon und verwahrte die Feste und war sie wohl gelitten, denn weise war ihr Ratschluss. Doch ereignete sich ein großes Unglück: Ino, die Schillernde, kam von weit her nach Odda-Mon, auf der Suche nach Kal, ihrem Gemahl, denn war es die Zeit der Brunft für die Drakken. Schrecklich war ihr Gesang, schrecklicher noch ihr Geheul und Gewüte, als sie gewahrte, dass zu Kawwal gegangen war ihr Gatte und an Stelle seiner Heimstatt im Sekantro ragte empor die neue Feste des Ygram...
...verbrannten im Drakkenatem oder stürzten in den Tod, als sie versuchten zu fliehen oder wurden durchbohrt von spitzen Drakkenkrallen und Drakkenzähnen wenn sie versuchten zu kämpfen. Und auch Ekit wart verbrannt. So machte Ino darnieder alle Bewohner Odda-Mons, die waren mehr wie tausend an der Zahl. Nur Jeram und Adit, seine Amme, verborgen von Ekit im Abwasserkanal und geheißen zu verharren in aller Stille, überlebten das Gemetzel…
...als Ygram die Kunde vom Falle Odda-Mons erreichte, da scharte er ein Heer um sich, mächtiger als das wo hatte besiegt den Drakken Kal und machte sich auf in die Sylberberge…
...doch war Ino mächtiger noch als Kal und war keine Ekit zugegen, die wusste sie zu überlisten. So wurden Ygrams Mannen geschlagen und blutete die Drakkin zwar, doch machte es sie nur toller noch und wilder und ermüdete sie nicht...
...und die spitze Kralle, die glich einem Schwerte oder Dolch fuhr auf ihn herab und drohte seine Brust zu durchbohren. Da aber sprach der Ygram: »Meine Gemahlin hast du gebrannt mit deinem Feueratem, und so werden die meinen keinen Ort haben ihrer zu Gedenken. Doch deines Mannes Schande werden sie gedenken, wo ist sein Schädel im Thronsaal zu Gradda-Mon.« Und ohne zu warten ein weiteres Wort flog auf in Lertins Lüfte die Drakkin und machte sich davon, zu zerstören die große Feste von Ari-Wut. Der Ortan Loftor aber hatte verhüllt den Ort der Feste auf Ygrams Geheiß, und so suchte sie lang und weit und konnte doch nicht finden was sie suchte…
...»So will ich dich denn führen nach Gradda-Mon, als dass du kannst Abschied nehmen von deinem Gemahl, wie es mir verwehrt blieb. Und soll fürderdar Frieden herrschen zwischen uns.« Und die Ino antwortete: »So will ich es dir vereiden. Wenn du mich lässt meinen Gatten Kal verabschieden auf seine Reise zu den Sternen, so will ich nicht verbrennen auch nur das kleinste Kind deines Volkes und will nicht nehmen auch nur eine Münze von deinem Schatze.«…
...da sah sie den Schädel, der verankert war über dem Throne, und begann zu wehklagen. Ygram aber nahm Erastindal und hieb ihr den Kopf ab. Der Körper der Drakkin aber begann zu wüten auch ohne Kopf und richtete große Verheerungen an. Und als sie schließlich zu Boden fiel, da bohrte sich ihre Klaue in Ygrams Brust und durchspießte sein Herz. So sank er denn nieder an Ort und Stelle und ging hinfort zu Kawwal...
… der getreue Odram aber wurde Xomd und sollte verwahren das Land bis Jeram die 99 Jahr erreichte. Und er tat es wohl und herrschte weise und gerecht, ganz wie Ygram, sein Freund…
...so sprach Odram: »Zu Ehren Ygrams, des Omd von Ari-Wut und Odda-Mon, Bezwinger der Risen und der Drakken in den Sylberbergen, wo hat geherrschet wohl und gerecht, soll heißen diese Feste Ygram-Mon. Und immerdar...