Die Wiederentdeckung der Pfefferwelt

Für die Unterscheidung zwischen »alter« und »neuer« Welt gibt es eine Reihe an Begriffen: Altwelt/Neuwelt, Salzwelt/Pefferwelt, Salzland/Pfefferland, Stoonastiam/Dunxillo. All diese Begriffe sind salzweltlichen Ursprungs. Die Bewohner Duwurnas (insbesondere jene der drei großen Inselreiche) sehen keinerlei Gemeinsamkeiten mit den Ongob Anxillos – das Anxillo-Archipel ist für sie genauso Neuwelt wie Astiam und Stoonar. Nur die Salz-und-Pfeffer-Paare finden auch in Duwurna Verwendung.

 

Seit dem Götterkrieg hatte zwischen den altweltlichen Ländern Stoonars und Astiams und den Reichen der Pfefferwelt keinerlei Kontakt bestanden. Es gab zwar zahlreiche Versuche, eine schiffbare Seeroute zu finden, diese scheiterten jedoch stets. Wegen der starken, oft orkanartigen Westwinde in der Lertinik wurden die Expeditionen weit nach Osten oder zurück nach Norden abgetrieben. Zudem vermutete man in der Altwelt den Kontinent Duwurna, damals noch ein namenloser, unbekannter Südkontinent, weiter östlich als er tatsächlich liegt. Viele Schiffe verschwanden spurlos. Die Kromtik war ohnehin nicht befahrbar. Kontaktversuche bzw. Entdeckungsreisen wurden zumeist durch Salzweltler unternommen. Daosang und Andawat versuchten kaum, Maikaiga gar nicht, die Kontinente im Norden zu kontaktieren.

 

Kleinfeld »entdeckt« Duwurna

Im Jahre 292 VBW wurde der Südkontinent Duwurna durch den weinländischen Kapitän Lertinian Kleinfeld im Auftrag der hispontischen Krone »wiederentdeckt«. Ziel der Reise war, den Verlorenen Kontinent wiederzufinden, um ihn zu unterwerfen, dem Hispontischen Imperium einzuverleiben und  auszubeuten. Er startete am Windkap, an der Südwestspitze Obontowos, und landete weit im Osten von Daosang auch er verfehlte die Pfefferwelt also beinahe. Der Name Duwurna stammt von Kleinfeld selbst, der die Bezeichnung Daxidao san Waorenxang (»Alte Volksheimat auf der großen Westinsel«), mit der die daoren sprechende Sang-Bevölkerung von Daosang den Kontinent benannte, damit verballhornte und verkürzte. Kleinfeld war im Osten der Insel angelandet, wo die ansässige Bevölkerung die S- und SCH-Laute verschluckt.

 

Der erste Kontakt der Menschen aus der Salzwelt mit jenen der Pfefferwelt hatte weitreichende Konsequenzen, insbesondere auch gesundheitlicher Natur: Bisher unbekannte Krankheiten verbreiteten sich rasend schnell. Vor allem in der Pfefferwelt waren die Folgen verheerend. Kiansuxeng etwa hatte 292 VBW wohl mehr Einwohner als heute.

 

Hispontische Expansion

Zumindest nominell war bald ganz Festland-Duwurna Teil des Hispontischen Imperiums. Große Landstriche im Süden, Osten und v.a. im Inneren des Kontinents waren dabei faktisch nie unter Kontrolle der Kolonialmacht. Die einheimische Bevölkerung, meist verschiedene vepuraneh-Dialekte sprechende Menschenvölker, Durugul, Riatu und Iduran lebten und leben teilweise auch heute noch weitgehend abgeschieden im Urwald. Die Zwerge in den nördlichen Festungen Mon Xuxel und Mon Kitil wurden dagegen aus strategischen Gründen schnell unterworfen, während die Zwerge aus Mon Osdiron mit Unterstützung der Verbündeten Durugul aus Triluu ihre Unabhängigkeit bewahren konnten. 

 

Kolonialer Wettstreit in Duwurna

Später gründeten die UHA, Obontowo, dann auch Kerwissia Kolonien auf der Schlangeninsel, da Festland-Duwurna bereits besetzt war und Hispontia dazu bereit war, Teile der Insel abzutreten.

 

Anders als Daosang und später Maikaiga erlaubte Andawat den salzweltlichen Mächten lange Zeit nicht, auf seinem Gebiet Handel zu treiben. Die teils destruktiven Auswirkungen des Salzwelt-Handels in den beiden Reichen bestärkten die Regierung in ihrer Haltung. Schließlich erklärte sich Andawat bereit, seine Häfen für den Handel mit Hispontia, Kerwissia, Obontowo und der UHA zu öffnen, um eine militärische Auseinandersetzung mit den großen Mächten zu vermeiden. Die Reiche mussten sich jedoch auf bestimmte Konzessionsgebiete in den Städten Dosti, Mamurai, Tisarinadi und Bahiroda beschränken, in denen sie feste Gebiete zugewiesen bekamen. Dieses Vorgehen sollte sich für Andawat jedoch rächen. Ermutigt durch die immensen Gewinne, die in den Konzessionsgebieten erzielt wurden, versuchten die Kolonialmächte schon bald, größere Gebiete zu erwerben, was infolge des Widerstands der andawatischen Regierung schließlich im Krieg mündete, an dessen Ende Andawat sich zur Abtretung der Konzessionshäfen gezwungen sah. Hispontia erreichte auch noch die Abtretung des Hafens von Loda.

 

Vavasidis »entdeckt« das Anxillo-Archipel

812 BW gelang dem istivalensischen Kapitän Elefteros Vavasidis im Auftrag der Vintrosischen Kromsee-Kompanie (VKK) die erste Durchfahrung der Zabrik und die erstmalige Entdeckung des Anxillo-Archipels durch Menschen. Das ursprüngliche Ziel der Reise, eine direkte Stoonar-Duwurna-Route, wurde verfehlt; eine Überfahrt ist nach wie vor unmöglich, da die Kromtik nördlich von Anxillo sich als unbefahrbar erweist. Unmittelbar setzte ein bis heute andauernder Wettstreit der kolonialen Mächte Stoonars und Astiams um die Erschließung und Ausbeutung des Archipels ein. Leidtragende waren vor allem die einheimischen Ongob – sie wurden und werden in großer Zahl versklavt.